Sep 01 2014

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Der Reitbeteiligungsvertrag, was gehört hinein?

Abgelegt 10:35 unter Tierversicherungen

Viele Reitpartner schließen keinen schriftlichen Vertrag ab, weil sie meinen, wenn ein Vertrag nötig sei, könne man dem Partner auch nicht sein Pferd anvertrauen. Doch viele wissen nicht, dass auch eine mündliche Absprache ein Vertrag ist, nur sind im Streitfalle die Inhalte dieses Vertrages schwierig zu beweisen.
Besonders im Hinblick auf versicherungstechnische Fragen bzw. Haftungsfragen oder auch eventuelle Streitfälle ist es sinnvoll, einen schriftlichen Reitbeteiligungsvertrag zu schließen. Typischerweise hat so ein Vertrag in der Regel zum Inhalt, das Pferd regelmäßig zu reiten und bestimmte Gegenleistungen zu erbringen.

Als konkrete Inhalte in einem Reitbeteiligungsvertrag sollten mindestens diese Fragen geregelt sein:

Name und Anschrift, ggf. Telefonnummer der beiden Vertragspartner.
Art und Umfang des Umgangs mit dem Pferd nebst eventueller Anforderungen und Einschränkungen. Die Frage soll geklärt sein, wer welche Kosten zu tragen hat, wann die Zahlungen fällig werden und wie sie geleistet werden sollen. Ferner sollten Art und Umfang der Pferdepflege und Stallarbeit geregelt werden. Welche Befugnisse hat die Reitbeteiligung im Notfall? Welcher Tierarzt soll beauftragt werden? Wie sind die beiden Vertragspartner versichert? Was ist im Schadensfall zu tun? Wer haftet im Binnenverhältnis – also wie haften die beiden Vertragspartner einander? Wie und unter welchen Umständen kann der Vertrag geändert oder angepasst werden? Wo finden die Änderungen ihre Grenzen? Wie ist die Beendigung des Vertrags geregelt? Unter welchen Umständen kann der Vertrag gekündigt werden? Soll es Fristen geben? Wie ist die Vertragslaufzeit?

Selbstverständlichkeiten, wie etwa das Putzen des Pferdes, müssen nicht in einem Reitbeteiligungsvertrag geregelt werden. Das gilt auch für die Pflege des Zubehörs. Es sollte jedoch festgehalten werden, wie im Stall mitgeholfen wird und was hinsichtlich der Mithilfe im Fall einer Erkrankung des Pferdes passieren soll. Ab welcher Gefahr für das Tier ist die Reitbeteiligung berechtigt oder verpflichtet, einen Tierarzt zu beauftragen, wenn sie sich nicht an den Stallbetreiber wenden soll, der dies erledigt.

Schließlich muss geregelt werden, ob die Reitbeteiligung auch an der Pferdehaftpflicht für das Pferd beteiligt werden kann.
Eine Unfallversicherung kann sinnvoll sein, falls der Reitbeteiligung Schäden entstehen. Haben die Vertragsparteien beide eine Privathaftpflichtversicherung und welchen Schutz bieten sie?

Eine Überregulierung muss in einem Reitbeteiligungsvertrag nicht sein.

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